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Naturschutzgebiet Bodetal

Als wir am fünften Tag morgens aus dem Fenster blickten, konnten wir die Sonne schon zaghaft durch die Wolken blitzen sehen und je später es am Tage wurde, desto freundlicher wurde auch das Wetter! Endlich Sonnenschein!

Also machten wir uns nun auf zu der lang ersehnten Wanderung durch das Bodetal. Unser Startpunkt war Thale. Von dort aus nahmen wir den „Bodetaler“ einen Bus, der nur zur Wandersaison eingesetzt wird und dann die Strecke Treseburg – Roßtrappe – Thale, also entlang der Wanderstrecke, durch das Bodetal pendelt.

In Treseburg angekommen wanderten wir auf einem geologischen Wanderlehrpfad mit 22 Informationstafeln durch das Naturschutzgebiet Bodetal in Richtung Thale. Dieser Teil des Bodetals wird auch der "Grand Canyon" Deutschlands genannt. Über 200m hoch überragen die sagenumwobenen Felsen der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes den Hirschgrund im Bodetal, über 200m tief blickt man vom "Weißen Hirsch" bei Treseburg in den Talkessel. Ständig sieht und hört man das Rauschen der Bode. Entlang des Wanderwegs gelangten wir an mehreren Aussichtsplätzen vorbei, von denen aus wir eine wunderbare Sicht auf die Bode und die umrandenden Felsen hatten.  Außerdem kamen wir am tosenden Bodekessel  vorbei und überquerten die Teufelsbrücke.  Der Wanderweg ist sehr schön naturbelassen und deshalb auch streckenweise etwas anstrengend. Er führt teils ziemlich nah an der Bode und dann auch wieder hoch oben über der Schlucht entlang, so dass wir mehrere Höhenmeter überwinden mussten, um die verschiedenen Einblicke in das Bodetal genießen zu können. Interessant fanden wir auch die Infotafeln über Pflanzen, Tiere und Natur rund um das Bodetal, die noch zusätzlich zu den 22 Infotafeln des geologischen Wanderlehrpfades  immer wieder entlang des Weges zu finden waren.  Für die ca. 11 km nach Thale benötigten wir ca. 3 Stunden gemütliche Wanderzeit.

In Thale angekommen fuhren wir mit der Seilbahn hinauf zum Hexentanzplatz. Der Hexentanzplatz ist ein Plateau, hoch über dem Bodetal gegenüber der Rosstrappe gelegen. Er war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein altsächsischer germanischer Kultort, an dem vor allem in der Nacht zum 1.Mai, der jetzigen Walpurgisnacht, Rituale abgehalten wurden.  Auf dem Hexentanzplatz befindet sich das Harzer Bergtheater Thale, eines der ältesten Naturtheater Deutschlands und das Museum Walpurgishalle, welches vom Maler Hermann Hendrich erbaut wurde und in dem die Sagenwelt des Harzes und Szenen aus Goethes Faust lebendig werden. Außerdem ziehen sich über den Hexentanzplatz  die Reste des Sachsenwalles, einer Mauer aus Granitsteinen und vermutlich Teil einer größeren, mehr als 1.500 Jahre alten Befestigungsanlage. Es gibt dort oben auch noch ein Berghotel und weitere touristische Angebote sowie den Tierpark Hexentanzplatz Thale, den wir ebenfalls besucht haben.

Eingebettet in eine Landschaft mit uralten Eichen und Buchen, wird das Gründungskonzept "Heimischer Tierarten" konsequent umgesetzt. Dabei wird versucht, den ca. 350 Tieren in 60 Arten einen möglichst naturnahen Lebensraum zu bieten. Dass sich da einiges tut, ist deutlich zu sehen, denn es entstanden neben den noch recht alt und verwildert wirkenden Gehegen und Volieren auch schon recht moderne und sehenswerte Anlagen wie z.B. der Bärenwald, eine 5000qm große Anlage für die Braunbären.  Der Tierpark ist auch in drei Wiederansiedlungsprojekte involviert: Steinkauz, Wanderfalke und Wildkatze heißen die bedrohten Tierarten.

Mehr dazu und auch jede Menge Bilder findet ihr unter dem TP Hexentanzplatz in der Rubrik Tierbilder.

Nachdem wir uns noch etwas auf dem Hexentanzplatz umgesehen hatten, fuhren wir anschließend wieder mit der Kabinenbahn zurück nach Thale.

Am nächsten Tag zeigte sich das Wetter wieder etwas wechselhafter und so beschlossen wir die Burgruine  Altenburg und die darin integrierten Höhlenwohnungen von Langenstein zu besichtigen und auf eine weitere Wanderung  entlang des Heinrich-Heine-Weges zu den Ilse-Fällen zu verzichten.

Langenstein am nördlichen Harzrand bot uns die einmalige Gelegenheit, die in Europa so selten gewordenen Höhlenwohnungen zu besichtigen. Die ältesten befinden sich auf dem „Langen Stein“, dem südlich vorgelagerten, langgestreckten, schmalen Sandsteinhöhenzug. Hier lag die ursprüngliche Altenburg, die der Linie der Burgen Heinrichs des IV. zugerechnet wird und ab 1151 als Burg Langenstein erwähnt wird. Sie geriet damals in die Kämpfe der Halberstädter Bischöfe mit Heinrich dem Löwen, wurde zerstört, wieder aufgebaut, verbessert und erneuert, verlor aber im l6. Jahrhundert ihre Bedeutung und wurde nach der Plünderung durch die Schweden 1653 abgebrochen. Ihre Steine gingen in die Bausubstanz von Halberstadt und Langenstein über.

 Die heute noch sichtbaren Reste der Burg ziehen sich fast über den gesamten, 300 m langen Berg hinweg. Breite und tiefe Gräben schützten die Anlage und teilten sie in drei Abschnitte. Der Hohlweg durch die Burg wurde aus dem weichen, leicht zu bearbeitenden Sandstein geschlagen und an der Bergseite befinden sich die Zugänge und Treppen für die etagenweise angelegten Kammern und auch relativ großen, mehrräumigen Wohnungen. Wir konnten noch deutlich die rauchgeschwärzten Feuerstellen mit ihren Abzügen, die kleinen Vorratskammern, die schlichten Schlafräume und, an der dem Licht zugewandten Seite, die Wohnzimmer erkennen.

 Wie alt die Kammern und Hohlräume sind, lässt sich nicht belegen. Die meisten stammen sicher aus der Burgenzeit, andere sind wohl nachträglich bei Bedarf entstanden. Einzig die bis 1916 genutzte Höhlenwohnung Nr. 11 des W.Rindert zeigt über dem stilisierten Sandsteingiebel die Jahreszahl 1787. Nach der Wende machten es die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen möglich, die Burganlage vom Wildbewuchs zu befreien, die Strukturen der Burg und Höhlenwohnungen z.T. frei zu legen, brüchige Teile zu sichern und die zugeschlämmten und überwucherten Gräben wieder sichtbar zu machen. Dabei wurde auch der Hohlweg durch die Burg bis auf den Grund freigelegt, sodass man wieder die abgenutzten Wagenspuren der vergangenen Jahrhunderte sieht. Auch Rindert's Höhlenwohnung mit Hausverblendung, Vordach, Hausnummer 11 und den Stallanlagen wurde wieder hergestellt. Trotz allem ist aber deutlich zu sehen, dass die mit so viel Fleiß und gutem Willen wieder zugänglich gemachte Burganlage, leider immer wieder durch Chaoten aufgesucht und ruiniert wird, so dass ständig neu aufgeräumt und nachgebessert werden muss.

 

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