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Unsere Wanderstrecke durch die Lotenbachklamm über die Schattenmühle durch die Wutachschlucht an Dietfurt vorbei zum Ehemaligen Bad Boll

Als wir am dritten Tag morgens aus dem Fenster blickten, konnten wir außer dichtem Nebel noch nichts weiter erkennen aber der Nebel klarte während des Frühstücks auf und es wurde richtig schönes Wetter! Endlich Sonne!

Also machten wir uns nun auf zu der lang ersehnten Wanderung in die Wutachschlucht. Unser Startpunkt war die Lotenbachklamm, am Parkplatz Gündelwangen – Bonndorf, Abzweig Schattenmühle.

Die Lotenbachklamm ist eine kleine Nebenschlucht der Wutachschlucht und misst lediglich 1,5 Kilometer. Der Lotenbach entspringt bei Bonndorf auf 850 Meter über Normalnull und mündet nach weniger als 3 Kilometern auf 670 Meter Höhe bei der Schattenmühle in die Wutach. In seinem unteren Verlauf hat der Lotenbach eine sehr tiefe Klamm in das umgebende Gestein gegraben, die nur über engen Stiegen, Treppen und Brücken begehbar ist. Die Lotenbachklamm gilt als die sehenswerteste Nebenschlucht innerhalb der Wutachschlucht, denn viele eindrucksvolle Wasserfälle säumen den Weg des Wanderers, wenn er sich durch die Klamm bewegt.

Genau das wollten wir auch erleben, also kletterten wir über den steilen Weg hinab in die Lotenbachklamm. Zunächst floss der Lotenbach dabei noch gemächlich zwischen Granitfelsen an uns vorüber und wir konnten in aller Ruhe die „Stille“ genießen, denn schon nach wenigen Metern fühlten wir uns „Abseits der Zivilisation“. Es waren keine weiteren Geräusche außer der der Natur zu hören (Wassergeplätscher, Vogelgezwitscher, knarrende Äste und das Rascheln der Blätter an den Bäumen...). Doch nach einigen hundert Metern wurde die Klamm immer enger und steiler und wir traten in die wilde Schlucht mit ihren Wasserfällen, Tosbecken und Felsen ein. Dabei waren neben festem Schuhwerk eine gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert, denn der Weg führte uns teilweise über felsige und durch die Feuchtigkeit sehr rutschige Passagen. So gelangten wir auf diesem steilen Pfad bis zum Wanderparkplatz „Schattenmühle“.

An der „Schattenmühle“ endete die Lotenbachklamm und mündete in die Wutachschlucht, die wir anschließend etwa 4km weit bis zum „ehemaligen Bad Boll“ durchwandert haben.

Durch die Regenschauer an den Vortagen waren die Wege teilweise nass und glitschig, allerdings gut begehbar. Das Wandertempo war sehr gemütlich, also eher eine Wanderung zum Genießen der schönen Landschaft. So gelangten wir auf schmalen Pfaden entlang hoher Felswände, über Stege und Brücken, mal hoch oben und mal nach tief unten. Der Weg führte uns durch die bizarre, urwaldartige Natur bis zur Dietfurter Brücke, bei der wir dann die Wutach überquerten. Der von uns bewanderte Weg galt früher als Fernweg aus dem Neckarraum über Reiselfingen nach Bonndorf zum Hochrhein. Heute erinnern noch Randsteine an diese alte Straße, die früher von Römer und Alemannen benutzt wurde. Der Name „Dietfurt“ bedeutet „Volksfurt“, d.h. sie war frei und für jedermann zugänglich und Reisende hatten keine Zölle zu entrichten! Aus dem Jahre 1424 stammt auch die erste urkundliche Erwähnung einer Mühle, die dort gestanden hat. Die Brücke und Mühle wurden aber mehrfach zerstört und wieder neu aufgebaut bis man 1875 eine neue Brücke an der heutigen Schattenmühle erbaute und damit der alte Weg verkehrsmäßig ins Abseits geriet. Die Mühle und ein dazugehöriges Gehöft standen dort noch bis ins Jahr 1889, als sie total in Flammen aufgingen und daraufhin nicht mehr wieder neu aufgebaut wurden. Heute erinnern nur noch einige Mauerreste an dieses Gehöft.

Von hier folgten wir dem Fluss nun auf der Südseite durch die urwüchsige Auenlandschaft am Talboden. Bei den reißenden Hochwässern während der Schneeschmelze werden dort jährlich große Flächen der Talaue überschwemmt und dabei große Uferflächen abgetragen und flussabwärts wieder abgelagert. Das Flussbett wird so immer wieder verändert. Auf den frisch aufgeschütteten Flächen stellen sich erste Pflanzen wie Wildkresse oder Barbarakraut ein, auf schon älteren Kiesflächen breiten sich dichte Moosflächen und Herden an Pestwurz und Rohrglanzgras, sowie Schachtelhalme aus. Wir konnten auch ganze „Wiesen“ an Springkraut in verschiedenen Farben bewundern. Am Ufer, auf dem nährstoffreichen, gut durchfeuchteten Auenboden, wuchs der Grauerlenwald zu dem sich Eschen, Weiden und Traubenkirschen sowie viele Kräuter und Sträucher gesellten. Unermesslich war der Artenreichtum an Kleinlebewesen wie Schnecken, Käfer, Köcherfliegen, Libellen, Schmetterlinge und viele andere. Amphibien, wie Feuersalamander und Erdkröte, bewohnten den feuchten Waldboden und unmittelbar am Wasser lebende Vögel wie Wasseramsel, Eisvogel und Gebirgsstelze fanden in diesem vielfältigen Lebensraum ein zu Hause.

Am „ehemaligen Bad Boll“ verließen wir dann die Schlucht und marschierten noch einmal gut 1 ½ km bis zum Dorf Boll, von wo aus wir angeblich Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel haben sollten. Nach einer Stärkung und dem Studium der sich widersprechenden Fahrpläne und mit Hilfe des netten Busfahrers fanden wir dann auch per Bus wieder zurück zum Parkplatz am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

 

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