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In der Schillat-Höhle

Am 24.08.2008 haben wir einen Ausflug zur Schillat-Höhle, Deutschlands nördlichster Tropfsteinhöhle in Hessisch Oldendorf, Stadtteil Langenfeld (Niedersachsen) unternommen.  Der rund 180 Meter lange und in einer Tiefe von 45 Metern liegende begehbare Teil der Schillat-Höhle wurde 1992 im Zuge von Sprengarbeiten entdeckt und dann von 1998 bis 2004 zur Schauhöhle ausgebaut. Die Besichtigung der Schillat-Höhle ist nur im Rahmen einer etwa einstündigen Führung möglich, an der wir auch teilgenommen haben.

  In die Schauhöhle gelangten wir vom Huthaus, dem Besucherzentrum, aus über einen gläsernen Fahrstuhl, der uns an vielen Millionen Jahren Erdgeschichte entlangfuhr. Unten angekommen geleitete uns die Führerin zunächst einmal ins Freie, wo wir im Segelhorster / Langenfelder-Steinbruch beeindruckende Exponate zum Anfassen gezeigt bekamen. Danach gingen wir  wieder ins Innere der Höhle zurück und folgten einem Verbindungsgang, im dem von Kunststudenten der Kunsthochschule Hildesheim erstellte, detailgetreue Reproduktionen frühester Felsmalereien dargestellt wurden. Wir gelangten  in einen Höhlenabschnitt, in dem das „Deutsche Archiv für Sinterchronologie“ die unterschiedlichsten Formen von Tropfsteinen präsentierte. Anschließend kamen wir an mehreren Schauvitrinen mit hunderten Schaustücken bzw. Fundstücken vorbei, die aus dem Süntel, dem Sauerland, dem Harz und natürlich aus der Schillat-Höhle selbst stammten. Es wurden uns dabei unterschiedliche Gesteinsarten, Mineralien, fluoreszierende Steine, Tropfsteine, Fossilien der Jurazeit sowie Sinterperlen und seltene Kalzitkristalle gezeigt.

Dazu bekamen wir auch sehr anschauliche Informationen wie z.B. dass sich Kalzit gut in säurehaltigem Wasser löst und dadurch leicht aus Kalkstein ausgelaugt wird, womit Höhlensysteme entstehen. Man nennt diesen Vorgang auch Sinterbildung. Die bekanntesten Formenelemente des Höhlensinters sind die meist schlanken Deckentropfsteine (Stalaktiten) und die in der Mehrzahl plumperen Bodentropfsteine (Stalagmiten). Einem Deckenzapfen geht die Bildung eines Sinterröhrchens voraus. Es entsteht oft dort, wo eine Kluft an der Höhlendecke ausmündet und Sickerwasser in den Höhlenraum gelangen kann. Dort setzt es aus einem Tropfen Wasser etwa ein- bis zweitausendstel Milligramm Kalk in Form eines Saums von 4 bis 6 Millimeter Durchmesser ab, was etwa der Tropfengröße entspricht. Durch stetiges Nachtropfen wächst der Saum langsam zu einem langen und innen hohlen Sinterröhrchen heran, das wegen seines Aussehens auch „Makkaroni“ genannt wird. Erst nach Verschluss des Kanals im Inneren des Röhrchens lagert sich Kalk seitlich an das Röhrchen an und das Dickenwachstum setzt ein.

Diese wunderschön anzuschauenden Gebilde konnten wir uns dann auch gleich betrachten, denn sie verliehen dem nächsten Höhlenabschnitt, dem „Märchenwald“, eine ganz besondere mystische Atmosphäre. Passend dazu erzählte uns die Führerin eine Geschichte, denn in der Höhle soll angeblich des Öfteren schon ein Berggeist gesichtet worden sein. So bekamen wir die Sage vom „Baxmann“ erzählt, der nun entgegen der Sage kein Wasser mehr aus seiner Quelle schöpft, sondern versteinert in der Schillat-Höhle steht (seine bestiefelten Beine waren - neben anderen merkwürdigen Objekten - jedenfalls deutlich für uns zu erkennen)….

  Am Ende der Höhle angekommen, blickten wir dann durch einen schmalen Spalt auf die, mit etwa 18 Metern Länge, größten bekannten Sinterbecken im Süntel.

Doch das war noch nicht das Ende der Führung denn der absolute Höhepunkt folgte zum Schluss, nämlich eine 3D-Dia-Schau mit Bildern aus der benachbarten, streng geschützten Riesenberghöhle. Diese Riesenberghöhle ist die wohl größte Tropfsteinhöhle Niedersachsens und zählt somit zu den großen Höhlen Deutschlands und Europas. Sie wurde 1969 von Bodo Schillat zusammen mit seinem Freund entdeckt. Das gesamte Höhlensystem im Riesenberg ist mindestens 1100 Meter lang und liegt geologisch im unteren Korallenoolith des Weißen Jura. Dieses Gestein entstand vor über 135 Millionen Jahren. Da der Korallenoolith trotz seiner Festigkeit stark wasserlöslich ist, neigt er zur Bildung von Kluft und Schichtfugenhöhlen. Diese Höhlenbildung dauert bis heute an. Die Riesenberghöhle wird aufgrund ihres hohen naturkundlichen Wertes und um nicht Gefahr zu laufen, dass die einzigartigen Stalaktiten und Stalagmiten Schaden nehmen, anders als die Schillat-Höhle, wohl auch zukünftig nicht erschlossen werden. Jedem Betrachter dürfte aber nach der Vorführung der atemberaubenden Bilder aus dieser Höhle auf jeden Fall deutlich geworden sein, wieso die Riesenberghöhle unter Naturschutz gestellt wurde und somit nicht betreten werden darf.

Die Veröffentlichung der Bilder zur Schillat-Höhle geschieht mit freundlicher Genehmigung der Stadt Hessisch Oldendorf.

 

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